Zuerst sind wir zurück nach Balbriggan, wo wir meine Koffer deponiert und meine Sachen für die Reise gepackt haben. Dann sind wir noch gemütlich ins Main Street Cafe hier in Balbriggan gegangen und haben ein Käffchen getrunken und Scones und Sandwiches gefuttert, bevor wir Reiseproviant gekauft haben und Richtung Wicklow Mountains aufgebrochen sind. Dafür sind wir einmal durch das gesamte County Dublin (was vor allem die Großstadt ist) durchgefahren. In den Bergen wurde es merklich kühler. Wir haben kurz an einem Aussichtspunkt angehalten, von dem aus man Dublin überschauen konnte. Da haben wir doch sehr gefröstelt. Da wurde es allerdings auch schon dunkel und von der tollen Berglandschaft haben wir nur sehr wenig mitbekommen. Wo man bei uns im Odenwald schon mal mit Wildschweinen oder Rehen auf der Straße rechnen muss, so ist hier in Irland mit Schafen oder Kühe zu rechnen. Und Schafe treten immer nur im Zweierpack auf. Mindestens. Bei Eniskerry haben wir an dem Tag einen netten kleinen B&B gefunden namens Valleyview, bei dem man auch zelten konnte. Die Nacht im Zelt war saukalt, aber wir haben's überlebt.
Nach dem Frühstück am Sonntag ging es weiter Richtung Sally's Gap und Glendalough. Auf dem Weg dorthin hatten wir so eine wahnsinnig tolle Aussicht und haben dann sogar dieses geniale Plätzchen entdeckt:
Einige Zeit später kamen wir an einem Wasserfall vorbei, dessen Umgebung gleichzeitig eine Schafweide ist. Nachmittags erreichten wir Glendalough. Dort gibt es 2 Seen, um die man herumgehen kann. Wir gingen nur um den kleineren herum und picknickten zwischendurch gemütlich. Außerdem ist dort ein alter Turm (ohne Tür... Zitat Meike: "You're born either inside or outside" und daraufhin Antje: "Wie in der DDR..."), die Ruine einer kleinen Kirche und ein Friedhof mit vielen Keltenkreuzen.
Nach dem Besuch in Glendalough sind wir bis nach Ballnacorty gefahren, wo wir uns einen Campingplatz gesucht haben, bevor wir noch einmal los sind und uns in Dungarvan Fish & Chips und heißen Tee gegönnt haben.
Am Montag bin dann ich weitergefahren... Huh... Linke Straßenseite, schalten links, Handbremse links und immer wieder rechts ins Leere gegriffen. War schon spannend. Wir sind nach Cork gefahren, wo wir uns zuerst einen Campingplatz in Blarney gesucht haben und uns danach St. Finnbarre's Cathedral und den Campus angeschaut haben. Echt ein Traum, der Campus. Da würd ich gern studieren. Und die haben eine tolle Ogham Ausstellung dort.
Dienstags haben wir die Woolen Mills besichtigt, bevor wir weiter nach Killarney aufgebrochen sind. Auch hier haben wir uns zuerst einen netten Campingplatz gesucht und sind dann den Ring of Kerry gefahren. Allerdings haben wir noch einen Zwischenstop in Ross Beigh gemacht, wo wir im Atlantik baden waren.
Der Ring of Kerry ist echt traumhaft...
Abends waren wir dann aus Versehen ganz schick in Killarney essen. Also aus Versehen schick essen, nicht aus Versehen in Killarney ;) Da der Abend noch jung war, haben wir uns noch einen netten Pub ausgesucht mit Live Musik, aber das gab es in Killarney eigentlich in jedem Pub - und davon hat Killarney reichtlich, obwohl die Stadt recht überschaubar ist. Am Ende sind wir in Murphy's Bar gelandet.
Am Mittwoch sind wir dann in den Killarney National Park gefahren und haben zuerst den Torc Waterfall besichtigt und dann sind wir um den Muckross Lake gelaufen. War für mich recht anstrengend, aber die Landschaft und die Aussicht sind einfach nur traumhaft und der Wald ist sooo grün.
Nach der Wanderung sind wir Richtung Norden aufgebrochen. Abends haben wir die Fähre von Tarbert nach Kilrush über die Shannon genommen. Diesmal wollten wir uns keinen Campingplatz suchen, sondern wild zelten. Nachdem wir ein bisschen durch die Gegend gefahren sind, beschlossen wir, einen Passanten zu fragen, ob er ein nettes Plätzchen für unser Zelt wisse. Nach kurzem verlegenem Überlegen meinte er: "[...] but you can come with me and pitch your tent in my front lawn." Gesagt, getan. Der gute Mann hat uns sogar noch einen Campingkocher gebracht, damit wir kein Feuerholz mehr suchen mussten, um unser Essen zu kochen. Außerdem lockte er den doch sehr aufgedrehten Junghund ins Haus, sodass wir in Ruhe unser Zelt aufbauen und schlafen konnten. So etwas bin ich gar nicht gewöhnt, aber die Iren sind wirklich ein wahnsinnig nettes und gastfreundliches Völkchen - davon bin ich immer noch überwältigt.
Eigentlich wollten wir an dem Donnerstag morgen frühstücken gehen - doch kaum hatte die Familie, in dessen Garten wir übernachteten, gesehen, dass wir - von Krähen geweckt - aus dem Zelt gekrabbelt waren, kamen die Frauen des Hauses vorbei und brachten uns Frühstück! Ohne Worte... Zum Dank haben wir den beiden Erwachsenen (die kleine Lea war schon in der Schule) einen Elefanten-Kanon gesungen. Bevor wir weitergezogen sind, haben wir noch die Umgebung erkundet und kamen an einem alten Friedhof dabei, der so etwas wie kleine Hügelgräber hatte. Irische Friedhöfe (zumindest die auf dem Land) sind meiner Meinung nach etwas Besonderes.
Unsere nächste Station waren die Cliffs of Moher. Ein sehr faszinierender Ort.
Nachdem wir uns noch Souvenir-T-Shirts gekauft hatten, sind wir weitergezogen nach Doolin. Dort haben wir erst mal im Aille River Hostel eingecheckt, unser Zelt aufgeschlagen und sind zum Hafen gefahren. Am nächsten Tag wollten wir zu den Aran Islands und da haben wir schon mal die Überfahrt für fest gemacht. Als das mit Erfolg ("Ihr kriegt die Fahrt bei mir für 10, um meine Konkurrenten auszustechen.") erledigt war, fuhren wir in den Burren, wo wir uns den Poll na Brón Dolmen anschauten.
Das bekannte Fort dort war leider schon geschlossen, aber eine nette Kirche haben wir noch entdeckt. Der Burren generell ist eine beeindruckende Landschaft, auch wenn ich nicht dort wohnen wollte.
Auf dem Rückweg nach Doolin machten wir einen Abstecher nach Lisdoonvarna, um noch fürs Abendessen einzukaufen. Lisdoonvarna ist für sein Matchmaking Festival jeden September bekannt. Verkuppeln im großen Stil also. Dort hängt dann die Single-Elite Irlands herum. September ist gerade. Deswegen sind wir auch nur kurz aus dem Auto in den Supermarkt gehüpft und so schnell wie möglich wieder verschwunden... Nach dem wir gekocht hatten, haben wir uns noch einen Pub mit Live Musik gesucht und ich habe den Guinness Feiertag gebührend gefeiert.
Am Freitag um 10 Uhr waren wir pünktlich bei der Fähre, die uns mit ein bisschen Verspätung nach Inis Oírr, die kleinste der drei Aran Inseln, gebracht hat. Das war meine erste Bootsfahrt auf dem offenen Meer und ich hatte sehr viel Spaß. Die Insel ist sehr überschaubar. Dass man da leben kann... für mich wäre das nichts. Allerdings ist Inisheer eine Gaeiltacht, d.h., dass Gälisch dort die Hauptsprache ist, was man auch an den Verständigungsschwierigkeiten mit den Einheimischen merkt. Für mich als Gälisch-Lerner war es sehr faszinierend, ich habe einiges Geschriebenes (auf Grabsteinen usw) verstehen können. Beim Zuhören konnte ich allerdings nur Fetzen heraushören.
Wir haben zuerst den Friedhof besucht, in dem ebenfalls eine kleine Kirche ist, und sind dann zu den Ruinen auf dem Hügel gegangen. Nach der Mittagsrast sind wir mit einer Pferdekutsche einmal um die Insel gefahren. Wie gesagt, sehr überschaubar und dem Burren teilweise sehr ähnlich. Die Zeit bis zur Rückfahrt verbrachten wir am Strand mit zwei streunenden Hunden. Meike und Antje haben auch schöne Muster in den Sand gemalt.
Zurück in Doolin, sind wir nach Galway aufgebrochen und haben auf der Fahrt eine nette Amerikanerin aufgegabelt, die ebenfalls dort hin wollte. Galway ist eine nette kleine Stadt, ich mag sie sehr. Unsere erste Handlung war, Pizza essen zu gehen. Was man halt so macht in Irland...
Der einzige Campingplatz in Galway hatte schon für die Saison geschlossen, aber wir durften trotzdem dort übernachten :) Nur dem Hund der Besitzerin schien das gar nicht zu gefallen, der bellte uns immer an, sobald jemand in Sichtweite kam.
Samstag früh waren wir noch einmal in Galway bummeln, dann sind wir weiter Richtung Connemara gefahren. In einem kleinen Örtchen haben wir Halt gemacht, da es dort den berühmten Connemara Marmor gibt, der ist nämlich grün. Von Antje und Meike habe ich nachträglich zum Geburtstag dort ein silbernes Armband bekommen:

Wir konnten auch einen Vortrag über den Marmor hören, die der Chef persönlich gehalten hat. Sehr interessant und von den Touris, die ebenfalls dort waren, kamen nur "Aaaaah"s und "Ooooooh"s.
Dann ging es weiter nach Letterfrack und zur Kylemore Abbey, die einen wunderbaren viktorianischen Garten hat. Das Schloss selbst ist ebenso hübsch, nur in die Kirche dort haben wir's nicht mehr geschafft.
Am Abend waren wir in einem Lokal in Letterfrack etwas essen und haben uns danach ein Plätzchen zum Wildzelten gesucht. Dort haben mich jede Menge Mücken gefunden und zerstochen. Ich bin am ganzen Körper übersäht mit Stichen. Meike und Antje haben natürlich kaum was... süßes Blut, jaja...
Der Sonntag war der letzte Tag unserer Rundreise. Ich habe Meike und Antje in den Connemara National Park gebracht, dort noch einiges über Torf gelesen und bin dann weiter nach Clifden gezogen. Die beiden wollten auf Diamond Hill klettern und das ist nichts für mich. In Clifden war's aber auch nett, über das hier hab ich schmunzeln müssen:
Nachdem ich die beiden wieder eingesammelt hatte und wir noch mal einen gemeinsamen Abstecher nach Clifden gemacht haben, haben wir den Heimweg angetreten, der länger gedauert hat, als vermutet. Doch irgendwann um Mitternacht sind wir endlich in Balbriggan angekommen.
3 Kommentare:
waaah...ich beneide dich!!!
Schööööööööööööööööööööön!!! An ganz vielen erwähnten Orten war ich auch schon! Killarney...*seufz*...habt ihr das McSorley's getestet? Sehr spaßig dort!!! Ohne das hieße Delpior jetzt anders! *gnihihi*
wunderbare Landschaft... ich beneide dich... sooooviele Orte, wo sicherlich ne Prise Magie unterwegs ist und man Kraft schöpfen kann. Nur das Wetter klingt etwas ungemütlich. *fröstel*
*knuddels* Tene
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